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    06.04.2017 - Bremen. Expansive Geschäftsentwicklung mit stabilem Ergebnis.


    Expansive Geschäftsentwicklung mit stabilem Ergebnis

     

     

    Der EUROGATE-Konzern hat heute das Ergebnis des Ge­schäftsjahres 2016 präsentiert. Demnach konnte die Unternehmensgruppe das Betriebsergebnis (EBIT) um 11,6 Prozent auf EUR 101,6 Millionen (Vorjahr: EUR 91,1 Millionen) und den Jahresüberschuss um 3,3 Prozent auf EUR 75,9 Millionen (Vorjahr: EUR 73,5 Millionen) steigern. 2016 war für die Containerschifffahrt ein turbulentes Jahr, das einige Über­raschungen und Veränderungen mit sich brachte. Mehrere Reederei-Fusionen und die In­solvenz der koreanischen Reederei Hanjin Shipping haben zu einer Neuaufstellung der Allianzen geführt. Vor diesem Hintergrund bewies EUROGATE, dass es auch in einem schwierigen Marktumfeld er­folgreich wirtschaften kann. 2016 betrugen die Investitionen EUR 19,0 Millionen und lagen damit 8,1 Prozent höher als im Vorjahr (EUR 17,6 Mil­lionen).

     

    Michael Blach, Vorsitzender der EUROGATE-Gruppengeschäftsführung: „Die Container­schifffahrt befindet sich in einer Umbruchphase. Im vergangenen Jahr hat eine bislang noch nie dagewesene Konsolidierungswelle unter den Reedereien begonnen. Die für uns so wichtigen Haupt-Ost-West-Verkehre werden zukünftig von den drei Großallianzen 2M, OCEAN Alliance und THE Alliance bestimmt. Für EUROGATE ist das eine große Chance, denn mit unseren Nordsee-Terminals in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven bieten wir den Allianzen viele Möglichkeiten, um ihre Schiffe abzufertigen – auch die zukünftig weltgrößten Schiffe mit über 20.000 TEU-Transportkapazitäten. Schon in den vergan­genen Jahren hat EUROGATE immer wieder bewiesen, dass es sich in einem intensiven Wettbe­werbsumfeld gut behaupten kann. Damit das so bleibt, wollen wir unsere Leis­tung weiter kontinuierlich verbessern. Wir wollen Innovationen schaffen und beschäftigen uns intensiv mit den Themen Technologisierung und Digitalisierung. Dazu zählen auch Automati­sierungsprozesse. Wie der Öffentlichkeit bekannt ist, planen wir zurzeit ein Pilotprojekt zur Automatisierung von VanCarriern am Standort Wilhelmshaven. Weiterführende Entscheidungen gibt es dazu derzeit noch nicht.“

     

    Infrastrukturausbau: Die Reedereien entscheiden

     

    Dabei geht es um die Zukunftsfähigkeit der Containerterminals in einem sich ändernden Branchenumfeld.  Im März 2017 wurde das erste Großcontainerschiff >20.000 TEU, die „MOL Triumph“ mit 20.170 TEU-Transportkapazität, ausgeliefert. Weitere werden folgen und in die Fernost-Nordeuropa-Fahrtrouten aufgenommen. Containerterminalbetreiber müssen sich darauf einstellen und ihren Reederei-Kunden eine produktive und effiziente Abfertigung bieten, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Die entscheidenden Faktoren sind dabei nicht nur eine moderne Suprastruktur, sondern auch eine gut ausgebaute Infrastruktur. Die beiden so dringend benötigten Fahrrinnenanpassungen lassen weiterhin auf sich warten. Für den Ausbau der Außenweser liegt noch kein Zeitplan vor und für die sogenannte Elbvertiefung ist frühestens im Jahr 2020 mit einer Fertigstellung zu rechnen. Auch andere wichtige Infrastruktur-Projekte wie der Bau der Autobahn A20 und die Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals werden noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Dies alles sind international negative Signale und Wettbewerbsnachteile für den maritimen Standort Deutschland. Letztendlich entscheiden die Reedereien, welche Häfen für sie attraktiv sind und welche Häfen sie in ihre Fahrtrouten aufnehmen. EUROGATE hält mit seinem Netzwerk aus mittlerweile zwölf Standorten ein hervorragendes Angebot an Containerterminals bereit.

     

    EUROGATE in Deutschland

     

    Positiv war die Nachricht, dass die neu gegründete Ocean Alliance den EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven in ihr Netzwerk aufgenommen und sich für Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen entschieden hat. Ab sofort bieten somit zwei Großallianzen mit acht Reedereien ihre Services für Wilhelmshaven an (2M: Maersk Line mit Hamburg Süd, MSC, Hyundai Merchants Marine; Ocean Alliance: CMA CGM, COSCO Shipping, Evergreen und OOCL). EUROGATE erwartet dadurch einen weiteren Erfolg für den Standort, mit einer breiteren Palette an Transport- und Logistik-Dienstleistungen. Bereits 2016 hatte sich der Containerterminal mit einem Umschlagswachstum von 12,9 Prozent auf 481.720 TEU weiter positiv entwickelt (Vorjahr: 426.751 TEU).

    In Bremerhaven und Hamburg stagnierten die Containerumschlagsmengen. Nachdem die erste Jahreshälfte 2016 vielversprechend begonnen hatte, zeigten die Marktereignisse in der zweiten Jahreshälfte ihre Auswirkungen. Am Standort Bremerhaven wurden insgesamt 5.487.198 TEU umgeschlagen (Vorjahr: 5.521.199 TEU), am EUROGATE Container Terminal Hamburg waren es 2.265.439 TEU (Vorjahr: 2.285.993 TEU).

     

    EUROGATE International

     

    Sehr erfreulich war die Entwicklung der italienischen Beteiligung CONTSHIP ITALIA. Die italienischen Terminals steigerten ihren Containerumschlag um 4,6 Prozent auf 5.012.216 TEU. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum des Medcenter Container Terminals im kalabrischen Gioia Tauro. Nach einigen schwierigen Jahren schlug der Terminal wieder 2.749.074 um, fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr (2.505.393 TEU). Die CONTSHIP-Tochter Sogemar plant hier einen neuen Containerbahnhof mit einem Investitionsvolumen von EUR 40 Millionen. CONTSHIP ITALIAs Strategie ist, die Südhäfen durch den Ausbau seiner Bahnangebote im Süd-Nord-Korridor besser und schneller an Zentraleuropa anzubinden.

     

    Die EUROGATE-Gruppe jetzt mit zwölf Standorten

     

    EUROGATE ist mit seiner Netzwerkstrategie weiter expansiv. Seit dem 29. Januar 2017 hat die internationale Gruppe ein neues Mitglied: den EUROGATE Container Terminal Limassol auf Zypern. Der zypriotische Containerterminal ist eine hervorragende Ergänzung des Netzwerks am Mittelmeer. Mit Tanger (Marokko) im Westen, Gioia Tauro und Cagliari (Italien) im Zentrum und Limassol im Osten kann die EUROGATE-Gruppe Containerverkehre im gesamten Mittelmeer-Raum bedienen. Der EUROGATE Container Terminal Limassol hat eine Jahresumschlagskapazität von 500.000 TEU.

     

     

    Intermodaler Transport

     

    In Deutschland stagnierten die mit der Bahn transportierten Mengen bei 560.305 TEU, analog zu den seeseitig umgeschlagenen Mengen (Vorjahr: 556.879 TEU), wohingegen die LKW-Verkehre um 11,6 Prozent auf 84.790 TEU zulegten (Vorjahr: 75.988 TEU). EUROGATE Intermodal (EGIM) baut sein Transportangebot kontinuierlich aus. Erst kürzlich hat EGIM eine neue Verbindung zwischen München und Budapest angekündigt, mit dem Ziel, München als Hub für Verkehre aus Süddeutschland, Italien und Slowenien in Richtung Süd-Ost-Europa nach Istanbul zu stärken.

    Die Intermodal-Sparte der CONTSHIP ITALIA-Gruppe verzeichnete 2016 ein beachtliches Wachstum und transportierte mit 271.418 TEU zehn Prozent mehr als 2015 (246.799 TEU).

    Die im Oktober 2015 von der Tochtergesellschaft EUROGATE International GmbH übernommene 16,67 %-ige Beteiligung an der Contrail Logistica S.A. mit Sitz in São Paolo (Brasilien) entwickelte sich 2016 trotz der brasilianischen Wirtschaftskrise mit 30.720 transportierten TEU ebenfalls positiv. Die intermodalen Transportmengen der portugiesischen Beteiligung lagen 2016 mit 21.027 transportieren TEU 1,5 Prozent unter dem Vorjahreswert (21.348 TEU). Insgesamt verzeichnete der Intermodal-Bereich der EUROGATE-Gruppe ein Plus von 6,4 Prozent auf 968.260 TEU (Vorjahr: 909.595 TEU).

     

    Ausblick 2017

     

    2017 wird für den EUROGATE-Konzern eine Herausforderung. Die Containerbranche bringt in diesem Jahr viele Veränderungen mit sich. EUROGATE wird das Marktgeschehen und die Folgen aus den Entwicklungen in der Weltpolitik, die mit einigen protektionistischen Tendenzen in der Weltwirtschaft für Beunruhigung sorgen, aufmerksam beobachten. Grundsätzlich ist die Gruppe mit ihrem Netzwerk aus zwölf Standorten breit und solide aufgestellt, um auf mögliche politische Auswirkungen auf den globalen Handel im maritimen Wettbewerbsumfeld zu reagieren.

     

     Wesentliche Kennzahlen des EUROGATE-Konzerns 2016

     

     

    2016

    in TEUR

    2015

    in TEUR

    Veränderung

    in %

     Bilanzsumme

    990.147

    969.141

    + 2,2

     Eigenkapital

    418.830

    389.364

    + 7,6

     Eigenkapitalquote

    42,3 %

    40,2 %

     

     Umsatzerlöse

    639.373

    591.321

    + 8,1

     EBITDA

    153.214

    148.122

    + 3,4

     EBIT

    101.649

    91.072

    + 11,6

     Jahresüberschuss

    75.929

    73.530

    + 3,3

     Investitionen

    19.046

    17.624

    + 8,1

     Cash-Flow

     der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

    143.196

    119.876

    + 19,5

     

     

     

     

     Beschäftigte Deutschland

    4.335

    4.347

    - 0,3

     Beschäftigte International

    7.747

    7.739

    + 0,1

     

     

     Die Containerumschlagsmengen 2016 im Überblick

     

     

    2016

    in TEU

    2015

    in TEU

    Veränderung

    in %

    Bremerhaven

    5.487.198

    5.521.199

    - 0,6

    Wilhelmshaven

    481.720

    426.751

    + 12,9

    Bremerhaven /Wilhelmshaven

    5.968.918

    5.947.950

    + 0,4

    Hamburg

    2.265.439

    2.285.993

    - 0,9

    Deutschland

    8.234.357

    8.233.943

    0,0

    Italien

    5.012.218

    4.792.208

    + 4,6

    Portugal (Lissabon)

    154.959

    207.317

    - 25,3

    Marokko (Tanger)

    1.126.872

    1.230.305

    - 8,4

    Russland (Ust-Luga)

    82.203

    85.871

    - 4,3

    EUROGATE-Gruppe gesamt

    14.610.609

    14.549.644

    + 0,4