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    Eurogate-Blog

    Die Geschichte von der „Polartanne“

     

    Der Weihnachtsbaum

    Von allen den Bäumen jung und alt,
    Von allen den Bäumen gross und klein,
    Von allen in unserm ganzen Wald,
    Was mag doch der allerschönste sein?
    Der schönste von allen weit und breit
    Das ist doch allein, wer zweifelt dran?
    Der Baum, der da grünet allezeit,
    Den heute mir bringt der Weihnachtsmann.

    Wenn Alles schon schläft in stiller Nacht,
    Dann holet er ihn bei Sternenschein
    Und schlüpfet, eh' einer sich's gedacht,
    Gar heimlich damit ins Haus hinein.
    Dann schmückt er mit Lichtern jeden Zweig,
    Hängt Kuchen und Nüss' und Äpfel dran:
    So macht er uns Alle freudenreich,
    Der liebe, der gute Weihnachtsmann.

    (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874, deutscher Dichter)

     

    Das ist die Geschichte von der „Polartanne“. Seit 52 Jahren erstrahlt sie pünktlich zum ersten Advent im Hafen von Reykjavik und erinnert daran, dass isländische Fischer nach dem Zweiten Weltkrieg Hunger leidenden Kindern und Erwachsenen in Hamburg mit Frischfisch, Hering und Lebertran zu Hilfe kamen. „Schenkt uns eine Weihnachtstanne!“ So lautete die Antwort des isländischen Reeders Friðþjófur Ó. Jóhannesson, als er damals von einem Direktor des Hamburger Hafens gefragt wurde, wie die Bevölkerung diese Hilfe der Isländer wieder gut machen könne.

    Seit jeher pflegen die norddeutschen Hafenstädte Bremerhaven und Hamburg gute Handelsbeziehungen zu dem kleinen Inselstaat Island, welcher knapp südlich des nördlichen Polarkreises liegt. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg brachten die beiden Trawler „Gylfi“ und „Vörður“ des Reeders Friðþjófur Ó. Jóhannesson Frischfisch in die norddeutschen Hafenstädte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Handelsbeziehungen wieder aufgenommen. Friðþjófur Ó. Jóhannesson wurde vom Verband der isländischen Fischereireeder in die Hansestadt Hamburg entsandt. Der isländische Botschafter in Washington, Thor Thors, hatte sich dafür eingesetzt, dass die Schiffsanlandungen im Rahmen des Marshall-Plans wieder möglich gemacht wurden. Andere Mitglieder des isländischen Fischerei-Verbandes koordinierten die Aktivitäten in den anderen deutschen Hafenstädten. Und so kam es, dass 1947, nach dem Zweiten Weltkrieg, isländische Fischer die Not leidende norddeutsche Bevölkerung mit Frischfisch, Hering und Lebertran versorgten.

    „Schenkt uns eine Weihnachtstanne!“

    Allerdings hatten die Menschen 1947 zunächst noch ganz andere Sorgen. Und so wurde die Idee erst im Jahr 1965 wieder aufgenommen, von der sogenannten „Wikingerrunde“ des Hamburger Journalistenvereins. Sie erinnerte sich daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg isländische Fischer Fischsuppe an die hungernden Kinder an der Elbe ausgegeben hatten. Seitdem wird in jedem Jahr pünktlich zum ersten Advent als Zeichen der Dankbarkeit eine Weihnachtstanne nach Island verschifft. Den frachtfreien Schiffstransport übernimmt die Reederei Eimskip. „Diese Tradition hat sich fortgesetzt und bereits zum 53. Mal wurde in diesem Jahr eine Tanne mit der Reederei Eimskip nach Reykjavik verschifft“, freut sich Jan Felix Großbruchhaus, Geschäftsführer von Eimskip in Hamburg. Er ergänzt: „In dieser langen Zeit haben viele Persönlichkeiten, Firmen und Waldbesitzer diese Aktion unterstützt“.

    Die Aktion wird vollständig von privaten Spendern und Sponsoren finanziert, die über die vielen Jahre immer mal wieder gewechselt haben. Die diesjährige Polartanne ist eine Spende des Forstamtes Harsefeld aus dem Revier Holzurburg. Es handelt sich um eine 31 Jahre alte, 17 Meter große und 2.100 Kilogramm schwere Weißtanne. Ihre Größe ist unglaublich imposant, was hohe Anforderungen an die Verladung stellte. Schließlich sollten nur keine Äste brechen. Der LKW-Transport wurde von der Gesellschaft der Freunde Islands, Hamburg, und der DIG – Deutsch-Isländischen Gesellschaft, Köln, gesponsort, die die gesamte Aktion grundsätzlich federführend begleiten. Durchgeführt wurde er von der Firma Zabel.

    Am 15. November 2017 wurde die Tanne auf das Containerschiff GODAFOSS verladen, erstmals am EUROGATE Container Terminal Bremerhaven. Die Container Freight Station (CFS) des EUROGATE-Terminals hatte die sensible Fracht Tage zuvor seefest und sicher auf ein Flat-rack verzurrt. Die Bremerhavener haben keine Sekunde gezögert, als es darum ging, die Aktion zu unterstützen. „Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag leisten können, die Tradition der Polartanne fortzuführen. Das ist eine großartige Aktion, die wir zusammen mit unserem Kunden Eimskip hier durchführen. Auch Bremerhaven hat traditionell enge Verbindungen zu Island“, sagt Michael Albers, Leiter Administration und Vertrieb der Container Freight Station.

    Am 22. November erreichte die Polartanne nach sieben Tagen auf See ihr Ziel. Am 2. Dezember, einen Tag vor dem ersten Advent, wurden im Rahmen einer kleinen Zeremonie, an der auch der deutsche Botschafter in Island teilnahm, im Hafen von Reykjavik zum ersten Mal die Lichter angezündet. Mitglieder der Hafnarfjörður-Blaskapelle spielten Weihnachtslieder. Von jetzt an wird die Polartanne festlich geschmückt die Advents- und Weihnachtszeit begleiten und daran erinnern, wie wichtig es zu jeder Zeit auf dieser Welt ist, dass Menschen anderen Menschen in der Not helfen. Auch wenn es als Gegenleistung „nur“ eine Weihnachtstanne gibt. Die Dankbarkeit und die Freude, die von dieser Weihnachtstanne ausgehen, überstrahlen alles. Danke den isländischen Fischern!

     

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